Die Stadt- und Ortsteile von Falkenstein/Vogtland

Stadtteil Dorfstadt

Dorfstadt geht mit großer Sicherheit aus der Erbteilung des Jahres 1469 hervor. 1535 wird das zu Falkenstein gehörende „Vorwerk Dorfstadt“ erstmals bezeugt und 1591 zum „Rittergut Dorfstadt“ erhoben. Damit erhält Dorfstadt seine Selbstständigkeit und wird vor der Lehenskammer anerkannt.

Unzählige Erbteilungen und Erbvergleiche ziehen sich bis 1710 durch die Geschichte des Rittergutes. Schließlich bleibt das Gut im Besitz einer einzigen Linie derer von Trützschler, deren Ursprung in den erwähnten Erbteilungen von 1710 zu suchen ist. Im weiteren Verlauf entwickelte sich Dorfstadt zu einem leistungsfähigen Rittergut. Dieser Besitz zog sich bis ins 20. Jahrhundert.

  • Park BG-Klinik

  • Dorfstädter Teiche

1904 wurde in Dorfstadt eine Schule gebaut. Der Stadtteil Dorfstadt wurde im Jahre 1950 im Rahmen einer Eingemeindung Stadtteil der Stadt Falkenstein.

Heute leben in Dorfstadt auf einer Fläche von etwa 6 km² ca. 1000 Einwohner. Der Stadtteil liegt, durch die Eisenbahnlinie von der übrigen Stadt abgegrenzt, in Nord/West-Lage von der Stadt Falkenstein und wird im wesentlichen durch die Reumtengrüner Straße und die Dorfstädter Straße, die auch die Verbindung zur Stadt Falkenstein bildet, erschlossen. Dorfstadt ist ein typisches Straßendorf, welches durch die Bahnlinie deutlich von der Stadt Falkenstein getrennt ist und städtebaulich einen in sich geschlossenen Stadtbereich bildet.

In Dorfstadt steht die Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten; früher ein Regierungssanatorium. Mit dem Neubau der Klinik ist es gelungen, einen neuen Wirtschaftszweig zu etablieren. Die Berufsgenossenschaftliche Klinik gehört zu den größten Arbeitgebern in der Stadt Falkenstein.

Derzeit zählt Dorfstadt 7 Handwerksbetriebe und 3 Stickereien. Außerdem gibt es zwei Vereine (FC 08 Dorfstadt und Kaninchen- und Geflügelzüchterverein). Im Jahre 2000 wurde für den FC 08 Dorfstadt ein neues Vereinsheim mit eingegliederter Gaststätte gebaut.

Ein jährlicher Höhepunkt in Dorfstadt ist die Kirmes. Sie findet alljährlich im September auf dem Sportplatzgelände statt. Die Dorfstädter Schule wurde bis 1994 mit zehn Klassen geführt. Seitdem ist diese Schule eine Grundschule.

Ortsteil Oberlauterbach

Oberlauterbach, bestehend aus den Dörfern Oberlauterbach und Unterlauterbach, liegt am Lauterbach in einem Nebental des Triebtales auf 420 bis 470 m NN Ortslage. Die Gegend um Unterlauterbach ist besonders anziehend wegen ihrer attraktiven Teiche und Feuchtbiotope.

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1421 zurück. Ausgangspunkt der bäuerlichen Entwicklung war in jedem Ortsteil das Rittergut. Als 1469 die 5 Trützlersöhne, deren Geschlecht seit Beginn des 15. Jahrhunderts die Herrschaft Falkenstein übernommen hatte, das Erbe teilten, entstand das Schloss Oberlauterbach. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand eine Vielzahl von Wohnhäusern mit Stickereianbauten. Heute leben hier über 600 Einwohner. Oberlauterbach ist eine dörfliche Mischform mit bäuerlichen Hofanlagen und ehemaligen kleinen Stickereibetrieben.

Herrenhaus

Die Strukturveränderungen nach 1989 wirkten sich zunächst negativ auf die Entwicklung des Dorfes aus. 1991 leitete die damalige Gemeinde Oberlauterbach weitere Schritte zur Dorfentwicklung ein. Oberlauterbach wurde 1994 zum Programmdorf.

Große Erfolge hat Oberlauterbach beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“. Mehrfach konnte Oberlauterbach Plätze belegen. So wurden in den Jahren 1994 und 1998 jeweils erste Plätze auf Kreisebene, 1999 ein 3. Platz im Regierungsbezirk Chemnitz und im selben Jahr ein ausgezeichneter 3. Platz im Sächsischen Landeswettbewerb errungen.

Ein großes Vorhaben wurde mit dem Wiederaufbau des Rittergutes „Adlershof“ begonnen. Zwischenzeitlich wurde das Herrenhaus vollständig saniert und ist Sitz des Natur- und Umweltzentrums des Vogtlandkreises. Mit der Errichtung des „Ländlichen Entwicklungszentrums Vogtland“ und der „Naturherberge“ werden 2006 weitere Teile des Rittergutes einer neuen Nutzung zugeführt.

Am 01.01.1999 wurde Oberlauterbach im Rahmen der freiwilligen Eingliederung ein Ortsteil der Stadt Falkenstein. Seit dem Jahr 2000 bestehen freundschaftliche Beziehungen zu der Gemeinde Strawczyn (Landkreis Kielce) in Polen.

Ein wichtiger Bestandteil im Leben des Ortsteils ist das Vereinsleben. Der Tauch- und Natursportverein, der Förderverein Natur- und Umweltzentrum Vogtland e. V., der Feuerwehrverein, der Kegelverein, der Gemischte Chor sowie der Umgebindehausverein und die Jagdgenossenschaft beteiligen sich aktiv an der Ausgestaltung der Feste. Gutshoffest, Parkfest und Operettennachmittage laden alljährlich nach Oberlauterbach ein.

Ortsteil Schönau

Schönau, 250 Einwohner, 7 km westlich von Falkenstein, befindet sich im Bergen-Lauterbacher Granitbecken. Schönau wurde 1418 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Landwirtschaft war lange Zeit Haupterwerbszweig, 1529 sind 9 Güter erwähnt, 1938 34 landwirtschaftliche Betriebe ab 0,5 ha. Auch heute wird das Bild vom 1976 gegründeten und 1990 in Privathand (GbR) überführten „Milchgut Triebtal“ geprägt.

Die reichen Vorkommen an Granit und Sand wurden viele Jahre erwerbsmäßig genutzt. Als ältestes Gebäude wird 1488 bis 1620 ein Hammergut erwähnt, 1591 erstmals eine Mühle, „angetrieben durch das Wasser der Trieb“, heute Wohnhaus.

Der Ort liegt in der wunderschönen Talaue des Baches Trieb, der sich vom Ortsausgang Trieb bis zur „Schönauer Mühle“ naturbelassen, von Erlen umsäumt, in vielen Windungen dahinschlängelt. Ein Idyll ist das Gelände des ehemaligen, von Karl Singer 1930 errichteten Naturbades, das durch Rückbau zu einer naturbelassenen Teichlandschaft wieder nutzbar werden soll. Der 1969 entstandene Rundbau ist bereits saniert.

1738 gilt Schönau als „bloss“-Dorf eingeteilt in Ober- und Unterschönau, rechts und links der Trieb, verbunden durch eine Brücke. 1791 ist die früheste Erwähnung des Schönauer Ortsteiles Siebenhitz, der 1862 nach Schönau eingemeindet wurde. 1839 wählten die Besitzenden im Zuge der Landgemeindeordnung ihren ersten Gemeindevorsteher, Johann Gottlob Rudert, dessen Gut (um 1750) noch heute, zwar umgebaut, als Wohnhaus existiert.

1894 kam durch August Schwabe und Otto Wappler die Stickereiindustrie nach Schönau. Es entstanden um die Jahrhundertwende 12 rote Rohbauhäuser und Anbauten für die Stickerei. 1944 gab es lt. Aufzeichnungen 46 Sticker incl. Fädler und 22 Stickmaschinenbesitzer.

Noch einmal zurück ins Jahr 1758, in dem eine kleine „Schenke“ links der Trieb erwähnt wird, offensichtlich die Vorgängerin des Schönauer Gasthofes. Aus dem 16. Jahrhundert stammen die 2 Steinkreuze, die sich im Garten Treuener Straße 29 befinden und als Bodendenkmale registriert sind.

Einen bitteren Einschnitt gab es 1950 in die politische Selbstständigkeit von Schönau durch die Eingemeindung nach Trieb. Am 01.01.1999 erlangt Schönau mit der Eingemeindung in die Stadt Falkenstein seine politische Selbstständigkeit als Ortsteil von Falkenstein zurück.

Im Jahr 2002 wird Schönau Förderdorf. Im Gelände des ehem. Bades beginnen die Umbaumaßnahmen. Der Pavillon wird saniert und in der Dorfmitte entstehen ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Räumen für den Ortschaftsrat und ein neuer Dorfplatz. Schönau in reizvoller Landschaft mit den gegebenen gastronomischen Möglichkeiten, den Wander- und Sportmöglichkeiten (Reiterhof) bietet reichlich Gelegenheit zur Naherholung.

Autor: Joachim Schneider
Quelle: Ortschronik Trieb-Schönau

Webseite des Heimatvereins Trieb-Schönau e.V.

Ortsteil Trieb

Trieb, 580 Einwohner, seit dem 1. Januar 1999 Ortsteil der Stadt Falkenstein, liegt 6 km westlich von Falkenstein an der B 169, inmitten des durchschnittlich 430 m hohen Bergen-Lauterbacher Granitbeckens im wunderschönen Triebtal.

Stillgelegte Sandgruben und ehemalige Steinbrüche legen Zeugnis ab, dass hier einst das Steinmetzhandwerk zu Hause war. Haupterwerbszweig aber war von jeher die Landwirtschaft. Einst als Waldhufendorf gegründet, wurde Trieb am 13. März 1414 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zu Amt und Herrschaft Plauen.

1464 wurde eine Mahl- und Schneidemühle erwähnt, deren Gebäude heute das älteste Gebäude im Ort ist. Der Mühlengeschichte wird durch ein nachgebildetes Mühlrad auf dem im Jahr 2001 rekonstruierten Dorfplatz Rechnung getragen.

Bildrechte

Jugend- und Seniorenzentrum Trieb

Seit 1529 bis heute bilden die Dörfer Bergen, Trieb und Schönau ein selbstständiges evangelisches Kirchspiel. Der Kirchsteig diente als Fußweg zu Kirche und Friedhof in Bergen. Aufgrund der 1838 erlassenen Landgemeindeordnung konnten die besitzenden Bauern 1839 Gottlob Friedrich Dunger zu ihrem ersten Gemeindevorsteher wählen.

Der Griebenherd am Kriegerdenkmal erinnert an die „Pechsiederei“. Im 18. Jahrhundert hielt die Weberei als Nebenerwerb Einzug und 1882 die Stickereiindustrie, die noch heute an den roten Ziegelrohbauten erkennbar ist.

Die Schule wurde von Kindern aus Trieb und Schönau besucht. Heute besuchen sie größtenteils die Schulen der Stadt Falkenstein. Seit 1959 existiert im Ort ein Kindergarten, seit 2001 wird er „Spatzennest“ genannt.

Die Landwirtschaft blieb über Jahrhunderte hinweg Haupterwerbszweig. Ein 1976 in Betrieb genommener 1200er Milchviehstall der „LPG Tierproduktion“ wird seit 1990 als „Milchgut Triebtal“ von einer GbR erfolgreich weitergeführt. Nach 1989 entstanden weitere Landwirtschaftsbetriebe und eine Reihe neuer Handwerksbetriebe fast aller Gewerke. Auch die Stickereiindustrie fasste, wenn auch zögerlich, wieder Fuß. Im geschaffenen Gewerbegebiet, in dem es noch freie Flächen gibt, siedelten sich ein Autohaus und die Firma Bauerhin Elektrowärme GmbH an, wodurch über 150 neue Arbeitsplätze entstanden.

Im Jahr 2002 wird Trieb Förderdorf. 2005 entsteht im Ortszentrum das Jugend- und Seniorenzentrum. Der Sportplatz wird saniert. Viele Bürger von Trieb sind in Vereinen tätig. Während Feuerwehr und Feuerwehrverein ihr Domizil im 1992 errichteten Feuerwehrgerätehaus haben, der TSV 1886 das Sportheim bewirtschaftet, richtete der Heimatverein Trieb-Schönau in der ehemaligen Schule die „Vogtländische Dorfstube“ ein und verfügt über einen aktiven Chor, den „Gemischten Chor Triebtal“. Die Jugendlichen treffen sich im Jugendklub. Die landwirtschaftliche Schönheit des Triebtals bietet viele Möglichkeiten der Erholung und Entspannung.

Autor: Joachim Schneider
Quelle: Ortschronik Trieb-Schönau

Webseite des Ortsteils Trieb

Heimatverein Trieb-Schönau e.V.

Gegründet: 03.06.1993, 52 Mitglieder

Webseite:www.heimatverein-trieb-schoenau.de

Vorsitzender: Joachim Schneider, Trieb (Tel. 037463/88391)
Stellvertreterin Verein: Martina Riedel, Schönau Tel.037463/88239
Stellvertreterin Chor: Erika Lippold, Trieb (Tel. 037463/88726)

Interessengruppen:

Gemischter Chor Triebtal
30 Sängerinnen und Sänger
Übungsstunden montags 19.30 Uhr in der ehemaligen Schule Trieb.
Chorleiter: Andreas Schmidt
Interessenten sind herzlich willkommen!

Vogtländische Dorfstuben Trieb-Schönau
in der ehemaligen „Schule zu Trieb und Schönau“
Schulstraße 1, Tel. 037463/88391

Mundartsprecher
Interessenten sind herzlich willkommen!

Kinder-Nachwuchssprecher  „Trieber Sperken“
montags 16.30 Uhr in der ehemaligen Schule Trieb
Vorheriger Anruf genügt: Tel. 037463/88391

Eisenbahnfans
Zusammenkünfte in der ehemaligen Schule Trieb
nach Vereinbarung Tel. 037463/88391                        

Bastelzirkel (vereinsoffen)
Zusammenkünfte jeden 3. Dienstag in der ehemaligen Schule
Zirkelleiterin: Silvia Hegner, Trieb Tel. 037463/83983
Bisher gefertigte Exponate können in den Dorfstuben besichtigt werden!

Kurzchronik der Ortsteile Trieb und Schönau

Die urkundliche Ersterwähnung beider Orte erfolgte relativ spät, Trieb 1414 und Schönau 1418, zugehörig zur Herrschaft Plauen.
Die Bauern waren unterschiedlichen Lehnsherren zins- und fronpflichtig. Während die Trieber links der Trieb den Herren Rabe zu Mechelgrün unterstellt waren, die rechts der Trieb zur Herrschaft derer von Trützschler in Falkenstein gehörten, fronten die Schönauer nach Thoßfell.

Der erste Hinweis auf ein Gebäude erfolgte 1464 mit der Erwähnung der oberen Mühle zu Trieb, deren Gebäude, zwar mehrfach umgebaut, heute noch existiert. Die 1613 errichtete „Untere Mühle" brannte 1896 ab. Beide Mühlen wurden per Wasserkraft betrieben. Die erforderlichen Mühlgräben sind zum Teil noch erhalten.

In Schönau wird 1488 ein „Hammergut" erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortskern von Schönau ist noch erhalten, so das ehemalige Rudert´sche Gut (1740), das Bauerngut Thümmler mit einem denkmalgeschützten Schiefergiebel, die Steinbogenbrücke der ehemaligen alten Handelsstraße von Auerbach nach Plauen und die ehemalige Schönauer Schule, heute Wohnhaus.

Seit 1529 bilden Trieb und Schönau zusammen mit Bergen ein selbständiges evangelisches Kirchspiel, woran noch heute der „Kirchsteig" erinnert, ein Weg von Schönau nach Bergen. 1630 kam es zu einem 36-jährigen Streit der beiden Orte mit dem Amt Plauen um das Fischrecht in der Trieb. Auch der 30-jährige Krieg ging nicht spurlos vorbei. Allein die Pest 1633 forderte 56 Menschenleben. 1862 schloß sich der Ort Siebenhitz bei Schönau, bislang zugehörig zu Zobes, mit Schönau zusammen, während der Ortsteil Wichen 1904 nach Altmannsgrün ausgegliedert wurde.

1881 errichteten Trieb und Schönau eine gemeinsame Schule, die bis 1992 ihren Dienst versah. 1882 hielt die Stickereiindustrie in beiden Orten Einzug. Bereits 1912 wurde an 122 Stickmaschinen gearbeitet. Die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft auf über 1.000 Einwohner an. Der 1. Weltkrieg riß dann aber tiefe Wunden. So verloren in beiden Kriegen 116 Männer von Trieb und Schönau ihr Leben. Der Wiederaufbau kam nach 1945 nur schwer in Gang. Die Schaffung solcher Einrichtungen, wie Verkaufsstellen, Schwesternstation, Kindergarten, Schulhort, Arztpraxis, Trinkwasserversorgung, Ausbau des örtlichen Straßennetzes, Freizeiteinrichtungen wie das Naturbad Schönau u.v.m. trugen zur Normalisierung des Lebens bei. 1950 verlor Schönau per Gesetz seine Eigenständigkeit und wurde nach Trieb eingemeindet.

Nach der Einheit Deutschlands siedelten sich im neu geschaffenen Gewerbegebiet moderne Firmen an, entstanden neue Handwerksbetriebe, ein Wohngebiet, Eigenheime, Feuerwehrgerätehaus u.a.m. Aus der 1974 geschaffenen 1200er Milchviehanlage wurde 1990 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Am 1.1.1999 verlieren Trieb und Schönau infolge der Gemeindegebietsreform per Gesetz ihre politische Selbständigkeit und werden als eigenständige Ortsteile in die Stadt Falkenstein eingemeindet.

Vogtländische Dorfstuben

Kennen Sie die  „Vogtländischen Dorfstuben“ in Trieb?
Nein? Na, dann laden Sie die Heimatfreunde des Heimatvereins Trieb-Schönau e.V. ganz herzlich dorthin ein!

Geöffnet haben wir von September bis Mai jeden letzten Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr oder auf Voranmeldung unter 037463/88391 ganzjährig zu dem vereinbarten Termin.
Beachten Sie den aktuellen Veranstaltungskalender unter: www.heimatverein-trieb-schoenau.de am Ende der Homepage des Heimatvereins.

Die „Vogtländischen Dorfstuben“ sind eine Einrichtung, die Geschichtliches bewahren, bei älteren Bürgern Erinnerungen wecken und junge Menschen oft in Staunen versetzen. Sie wollen nicht nur Museum sein, sondern Stätte der Kommunikation, sollen Entspannung und Erholung bieten. Schauen Sie doch einfach mal vorbei!

Sie sind übrigens ganz leicht zu finden! Über die B169 kommend, biegen Sie am Abzweig „Schönau“ in den Ort ab und sind nach 800 m bereits am Ziel. Oder Sie kommen von der A 72, Ausfahrt Treuen, über Altmannsgrün und Schönau zu uns nach Trieb.

Die „Vogtländischen Dorfstuben“ befinden sich seit 1995 in der ehemaligen, 1881 erbauten „Schule zu Trieb und Schönau“. Sie sind ein Museum zum Anfassen, wo nicht alles unter Glas oder hinter Absperrungen versteckt ist. Und was sich da alles ansammelte!

Gleich am Hauseingang werden wir mit den Ersterwähnungsurkunden von Trieb(1414) und Schönau (1418) bekannt gemacht. Gehen wir zunächst in das erste Zimmer rechts. Dort empfangen uns Vitrinen mit bestem Porzellan, ein zweiaufsätziger eisener Ofen mit einer Trockenstange zum Wäschetrocknen darüber, Vogtlandmöbel, Wandbord, Sofa ,Bett und Nachtgeschirr, Trachtenpuppe und alte Grammophone, manchmal mit der Stimme von Anton Günther. Spenden und Leihgaben haben unsere Sammlung immer mehr bereichert.

Im Jahre 2006 hat sich die ursprüngliche Zahl von 3 Ausstellungsräumen verdoppelt. Dank der Unterstützung der Stadt Falkenstein, der Bürgerstiftung Dresden, der Deutschen Bank, vieler Sponsoren. Spender, Leihgeber, Helfer und unserer Vereinsmitglieder konnten wir das Projekt „Erweiterung und Neugestaltung der Vogtländischen Dorfstuben“ in die Tat umsetzen. So verfügen wir jetzt über 6 Ausstellungsräume und einen Probenraum für den Gemischten Chor Triebtal, der auch gleichzeitig unserem Bastelzirkel als Arbeitsraum dient. Wir sind jetzt fast in der gesamten Schule präsent.

So präsentiert sich jetzt die ursprüngliche Dorfstube nur noch als Wohnbereich, während die dort ehemals untergebrachte „Schuhmacherecke“ in einen anderen Raum, den Raum „Handwerk und Gewerbe“ umgezogen ist. Der Vogtländer spricht nicht vom Schuhmacher, sondern liebevoll vom „Schuster“.

In dem neuen Raum wurde aus der „Schusterecke“ eine vollwertige „Dorfschusterei“ mit Werkzeug aus 3 Generationen Schuhmacherei gesammelt und aufbewahrt. Mehrere Maschinen komplettieren die

Werkstatt. In Handarbeit gefertigte Stiefel und Schuhe aus den 20er und 30er  Jahren gehören mit zur sehenswerten Sammlung. Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus der Dorfschusterei.

Gleich gegenüber der Schusterei ertönt das „Kalitsche-Kaletsche“ eines echten vogtländischen Handwebers in seiner blauen Schürze, der trotz seiner 86 Jahre auf einem fast 200 Jahre alten hölzernen

Handwebstuhl die Kunst des Handwebens vorführt, eines in unseren beiden Orten im vorigen Jahrhundert weit verbreiteten Nebenerwerbszweiges, was auch auf die von uns ausgestellten Exponate der Stickereiindustrie zutrifft.

Im gleichen Raum hat die Landwirtschaft, der Haupterwerbszweig, ihren Platz gefunden. Butterfässer, eine 200 Jahre alte Quarkpresse, Dreschflegel, Schnittersense u.v.m. gestatten einen Blick zurück in vorige Jahrhunderte.

Doch die Landwirtschaft bot nicht für alle im Ort Arbeit und Brot. Einige verdienten sich ihren Lebensunterhalt als Steinmetz in einem der Granitbrüche in Trieb und Schönau. Mit Meisel und Schlegel, in unserer Ausstellung aufbewahrt, haben sie den harten Stein behauen.

Von Interesse sind die Utensilien des Friseurhandwerks früherer Jahre, angefangen bei einer Barbierschale aus Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu Trockenhaube der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Eine aus Menschenhaar gefertigte Halskette ist beachtenswert.

Gleich im Nachbarzimmer, das immer wieder begeisterte Eisenbahnfans aus nah und fern anlockt, ist die Geschichte der ehemaligen „Voigtländischen Staatseisenbahn“, speziell der Strecke Herlasgrün-Oelsnitz mittels überlieferter Texte, historischer Dokumente, Fotos usw. dargestellt. Bahnwärterhäuser, Brücken und die Beziehung der Orte Trieb und Schönau zur „Voigtländischen Staatseisenbahn wecken das Interesse.

Wovon Jung und Alt, Fans, Frauen und Kinder immer wieder begeistert sind, ist der rege Zugverkehr auf einer 10qm großen Modelleisenbahnanlage der Spurweiten HO und H0m.

Gleich daneben die Winterlandschaft mit der Märklineisenbahn aus dem Jahre 1934 Spurweite. Aufmerksamkeit lenkt auch das Modul des Postens 12a der ehemaligen Strecken Herlasgrün-Oelsnitz und

Falkenstein–Plauen unterer Bahnhof auf sich. Kilometersteine von 1874, Signaleinrichtungen, Uniformteile usw. vervollständigen die Ausstellung.

Was war das? Erschrocken reißt es die Köpfe der Besucher herum, wenn jemand die Glocken des früheren Läutewerkes des Bergener Bahnhofs anschlägt, die 1874 in Morgenröthe-Rautenkranz gegossen worden sind. In deren Ton und Dampf der Modelllokomotiven der Spur H0 schwingt Eisenbahnromantik mit.

Eine halbe Etage höher befindet sich der Raum mit der Darstellung der Geschichte der im Jahre 2006 125 Jahre alt gewordenen ehemaligen Schule zu Trieb und Schönau.

Im gleichen Raum erfahren wir Wissenswertes über die Geschichte ehemaliger Trieber und Schönauer Vereine. Ein besonderes Juwel ist eine um 1900 handgestickte Vereinsfahne mit zugehörigen Schärpen des damaligen „Königlich Sächsischen Militärvereins Trieb“. Über die Ortsgeschichte erfahren wir im Hausflur einiges, u.a. auch über das ehemalige Naturbad Schönau.

Im oberen Stockwerk hat „Uromas Wäsche“ ihren Platz gefunden. Die Ausstellung zeigt den Verlauf eines Waschtages vom „Wasser bis zum Bügeleisen“. Sie finden dort alles von Uromas Deckelhose über Wandbehänge, Wannen, Waschmaschinen, Waschbär, Bleichplatz, Mangeln, Nähmaschinen bis zur Bügeleisensammlung. Ein ganzer Raum voller Wäsche!

Aus dem Zimmer nebenan ertönt das Läuten eines Andreaskreuzes! Kommt da ein Zug? Ja in dem Zimmer ist reger Eisenbahnverkehr Der Spuren N, TT und einer LGB. Auf einer ca. 2,5 qm großen TT-Anlage ist der Bahnhof Bergen, Jahr 1927, im Modell dargestellt. Zusammen mit einer auf der unteren Etage der Anlage dargestellten Hauptbahn herrscht hier reger Zugverkehr, genau auch wie auf den anderen 3 Spielzeugeisenbahnen, 2 davon in Selbstbedienung. Der Fahrdienstleiter des Bahnhofs Bergen muss höllisch aufpassen, denn auf dem Fußboden kreuzt gerade eine dampfende Gartenbahn das Terrain.

Ein Modul in H0 stellt den ehemaligen Bahnübergang auf der B169 Zwischen Trieb und Falkenstein dar. Für die Mädchen gibt es Puppen zu sehen.

Auch eine ständige Ausstellung von Aquarellen, Pastellen und Ölgemälden gibt es in den Dorfstuben zu besichtigen. Die Motive stammen aus unseren beiden Dörfern, der Eisenbahn und der Umgebung und haben historischen Bezug. Die Arbeiten sind autodidaktisch in Heimatverbundenheit und Liebe zur Natur in realistischer Art entstanden. Vieles was festgehalten ist, existiert schon nicht mehr.

Neben den Ausstellungsräumen gibt es auch eine Hutzenstube, die als Treffpunkt und Begegnungsstätte zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee mit hausgebackenem Kuchen einlädt.

Falls Ihnen unser Angebot in den Dorfstuben, das nur einen kleinen Einblick vermitteln konnte, nicht genügt, dann laden im Ort Griebenherd, Steinkreuze oder Steinbogenbrücke zur Besichtigung ein.

Der Heimatverein Trieb-Schönau e.V. ist überzeugt, dass Sie Ihren Weg zu uns nicht bereuen werden.

Also dann: Bis Bald!

Nicht vergessen! Wir haben immer von September bis Mai am letzten Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr für Sie geöffnet. Über besondere Angebote informieren Sie sich bitte auf der vereinseigenen Homepage!

Chor

Am 16.09.1992 wurde der Chor als „Frauenchor Trieb-Schönau“ gegründet.
Anfang 1995 kamen einige Männer dazu und seitdem tritt der Chor als „Gemischter Chor Triebtal“ auf.

Zu bestimmten Anlässen, wie z.B.  Frühlingsfesten, Dorffesten, Kirmes, Heimatnachmittagen, Chorkonzerten oder Weihnachtsfeiern wird der Chor immer wieder gern gehört. Wir singen sowohl a capella als auch mit Akkordeonbegleitung durch Gerhard Erler. Der Chor wird geleitet von Chorleiter Andreas Schmidt. 

Wir würden es begrüßen, wenn sangesfreudige Frauen, Männer und Jugendliche zu uns finden würden. Chorproben, wie schon erwähnt, immer montags von 19.30 - 21.00 Uhr in der ehemaligen Schule Trieb. Wir warten auf Sie!

Freiwillige Feuerwehr Trieb